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10.08.2018 | 19:22 Uhr

Westdeutsche Zeitung: zu: Absturz der Lira

Düsseldorf (ots) - Von Annette Ludwig

Rein wirtschaftlich ist der Absturz der türkischen Lira nicht
begründbar. Sorgen bereitet zwar die hohe Inflation im Land. Dieser
hätte eine unabhängige Zentralbank aber schon längst mit höheren
Zinsen entgegenwirken können. Doch Präsident Erdogan passen höhere
Zinsen nicht ins Konzept. Er forciert stattdessen das Wachstum, das
ihm seine Machtbasis im Volk sichert. Ein Überhitzen der Wirtschaft
und Inflation nimmt er billigend in Kauf - dafür macht er dann nicht
näher genannte "Staatsfeinde" verantwortlich, "die unsere Wirtschaft
angreifen". Zwei weitere Aspekte sprechen dafür, dass die
Währungsturbulenzen politisch motiviert sind. Die Lage in der Türkei
verunsichert ausländische Investoren. Sie haben das Vertrauen
verloren und ziehen ihr Geld ab. Und nun mischt auch noch
US-Präsident Donald Trump mit. Die Türkei hat sich seinen Zorn mit
der Verhaftung eines US-Pastors zugezogen. All das macht die
Gemengelage so gefährlich. Weil sie rational nicht zu lösen ist. Weil
ein in die Enge getriebener Präsident Erdogan noch unberechenbarer
ist.



Pressekontakt:
Westdeutsche Zeitung
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Telefon: 0211/ 8382-2371
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