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14.09.2018 | 21:07 Uhr

Mittelbayerische Zeitung: Die Rache des Hurrikans Von Thomas Spang

Regensburg (ots) - Hurrikans gehören zum Leben an der Ostküste,
wie die Flächenbrände zum Westen der USA. Doch beides hat sich in den
vergangenen Jahren verändert. Neu ist die zunehmende Häufigkeit,
größere Ausdehnung und Intensität dieser Ereignisse. Der
wahrscheinlichste Grund dafür liegt auf der Hand: Der von Menschen
mitverursachte Klimawandel. Hurrikan "Florence" bietet sich als
Musterbeispiel an. Der Wirbelsturm formierte sich rapide zu einem
tausend Kilometer breiten Moloch der Kategorie 4 über dem Atlantik.
Die durch die Erderwärmung deutlich gestiegenen Temperaturen des
Meereswassers lieferten "Florence" den Treibstoff. Kurz vor dem
Auftreffen auf das amerikanische Festland verlangsamte sich
"Florence" extrem und schwächte in den Windstärken ab. Dieses
Phänomen war bereits bei früheren Hurrikans zu beobachten, allen
voran "Katrina" und "Harvey". In der Konsequenz bringt das tagelangen
Starkregen, der zu massiven Überschwemmungen führt. Über die
kommenden Tage schüttet "Florence" die unglaubliche Menge des
Wasservolumens des Bodensees über den Carolinas ab. Verbunden mit dem
realen Anstieg der Meeresspiegel, flachen Küstengewässern und
ungebremsten Wachstum der Bevölkerung in Strandnähe ergibt sich
daraus eine Gefährdung, die eigentlich nicht ignoriert werden kann.
Doch genau das geschieht in den USA derzeit im großen Stil.
Verschärft wird die Situation durch die hemmungslose Besiedlung der
Küstenregionen. Wider aller Vernunft wuchs die Bevölkerung dort in
den vergangenen 20 Jahren um die Hälfte an. Müssten die Menschen ihre
Häuser und Wohnungen selber zu dem tatsächlichen Risiko versichern,
wären ihre Policen unbezahlbar. Dank der staatlichen Flutversicherung
muss die Gemeinschaft der Steuerzahler für die unvernünftigen
Entscheidungen einzelner berappen. Dass die Besitzer teuerer
Feriendomizile auf den Outer Banks und andernorts ihre Risiken auf
die Allgemeinheit abwälzen können, ist ungeheuerlich. Doch der Fisch
stinkt bekanntlich vom Kopfe her. Und dort setzte der
"Klima-Verleugner-in-Chief" Donald Trump bereits früh in seiner
Amtszeit ein bedenkliches Signal. Er führte die USA aus dem Pariser
Klimavertrag. Wenn die Katastrophe, wie im vergangenen Jahr in Puerto
Rico eintritt, bestreitet Trump Fakten. Die 3000 Toten von Hurrikan
"Maria" seien eine Erfindung der Demokraten, um ihn schlecht aussehen
zu lassen. Sprachlos macht auch die Anordnung des Gouverneurs an die
Behörden Floridas, die Worte "globale Erwärmung" nicht zu gebrauchen.
Und in Nord Carolina dürfen Bedienstete des Bundesstaates ihre
Entscheidungen per Gesetz nicht auf Erkenntnisse der Klimaforschung
stützen. Das Ergebnis, zu dem diese Kombination aus Ideologie,
Profitgier und schlichter Dummheit führt, macht "Florence" erneut vor
aller Augen sichtbar. Der einzige Weg, diesen Wahnsinn zu stoppen,
führt durch das Portemonnaie. Nur wenn die Verursacher der Emissionen
- von der fossilen Verbrennung bis hin zur Massentierhaltung - an den
Kosten für die Folgen ihres Tuns beteiligt werden, kann sich etwas
ändern. Kurzfristig helfen könnte an den Küsten auch, wenn Washington
die Subventionierung der Flutversicherung einstellte und die
Küstenbewohner auf diesem Weg über steigende Prämien für ihre Policen
zur Vorsicht zwänge. Leider dürfte sich beides im Amerika Donald
Trumps als Illusion erweisen. So werden Extremwetter-Ereignisse wie
"Florence" oder die Trockenheit mit ihren Flächenbränden in
Kalifornien immer mehr zu einer Normalität, die noch viele
Menschenleben und Milliarden an Steuergeldern kosten werden.



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